Das Prüfungsmoodle - Prüfungssystem an der HU
Moodle ist ursprünglich als eine Lehr-Lern-Software konzipiert, die zwar Prüfungen ermöglicht (s. Test- und Aufgaben-Modul sowie Bewertungsübersicht), aber nicht auf prüfungsspezifische Anforderungen wie die Wahrung des Gleichheitsgrundsatzes (Vorbeugung von Täuschungsversuchen, eindeutige Identifizierung) oder eine auf eine Prüfung reduzierte Bedienoberfläche ausgerichtet ist. Daher kann ein Moodle nicht beide Aspekte der Hochschullehre (Lehren-Lernen und Prüfen) gleichwertig bedienen. Aus diesem Grund gibt es an der HU ein HU-Moodle (Lehrmoodle) und ein Prüfungsmoodle, das zunehmend mehr auf die Bedürfnisse der digitalen Prüfungen zugeschnitten wird.
Warum unbedingt Moodle für Prüfungen?
Diese Frage wird immer wieder gestellt, da es doch auch Softwarelösungen gibt, die nur zu Prüfungszwecken eingesetzt werden, z.B. LPLUS. Doch gibt es - trotz aller Schwierigkeiten, die mit dem Einsatz von Moodle für Prüfungen vielleicht zusammenhängen - zwei klare Argumente für Moodle:
- Moodle ist die etablierte, d.h. für die Lehrenden und Studierenden die bekannte und vertraute Software-Umgebung an der HU. Sie können sie bedienen und kennen ihre Funktionalitäten. Außerdem eröffnen einheitliche Systeme den Lehrenden die Möglichkeit, aus dem Lehrmoodle Materialien in das Prüfungsmoodle zu importieren. Wichtiger jedoch ist es, dass die Lehrenden selbständig Prüfungen im Prüfungsmoodle entwerfen können und i.d.R. nur eine Unterstützung bei Detailfragen brauchen. Sie sehen selbst, was geht und was nicht, so dass sie ihre Prüfungsaufgaben eigenständig weiterentwickeln können.
- Moodle ist eine Open Source Software mit einer breiten Entwickler-Community. Die HU bekennt sich seit Jahren eindeutig zu offenen Software-Lösungen, die obendrein den Vorteil bieten, die Software auf den eigenen Severn zu hosten und damit zweifelsfrei über den Verbleib der Daten zu entscheiden.
Fazit: Es geht an der HU auch bei Prüfungen um Selbständigkeit und Mündigkeit, die durchaus einiges an Anstrengung verlangt, aber eben auch einzelnen Personen Gestaltungsspielräume lässt, die eine "eingekaufte" Software aufgrund von Rahmenverträgen nicht schaffen kann.
Prüfungsmoodle und weitere Komponenten
Das Prüfungsmoodle stellt analog zum Lehrmoodle (s. HU Digitale Lehr- und Lernlandschaft, kurz: HDL3) die zentrale Komponente für digitale Prüfungen in Präsenz und Distanz dar. Es kann durch verschiedene weitere Softwarelösungen bedarfsgerecht ergänzt und erweitert werden. Hierbei ist zwischen einer allgemein vorauszusetzenden Software wie einem Textverarbeitungsprogramm mit PDF-Export und zwischen Spezialanwendungen mit potentiellen Zusatzkosten, z. B. SPSS, zu unterscheiden. Letztere sind für den Einsatz bei digitalen Prüfungen nicht geeignet, da von Studierenden eine für sie kostenpflichtige Installation von Software nicht verlangt werden darf. Selbst die Installation eines kostenfreien Klausurbrowsers für den Einsatz bei Fernklausuren unterliegt engen Vorgaben (§ 107b,1 ZSP-HU). Grundsätzlich sollten nur Tools eingesetzt werden (LINK folgt, Anhang), die an der HU nach entsprechenden Prüfverfahren (ZSP-HU § 107a, 4) zugelassen sind.
Besonderheiten des Prüfungsmoodles als Prüfungssoftware
Studentische Mitarbeiter*innen dürfen aus rechtlichen Gründen ihre Tätigkeit als Assistenz ("Prüfungsassistenz") nur mit ihrem HU-Mitarbeiteraccount durchführen, um sich eindeutig von ihrer Rolle als zu prüfende Person zu unterscheiden. Falls die studentischen Mitarbeiter*innen noch keinen entsprechenden Account haben, können sie ihn bei der Benutzerberatung (cms-benutzerberatung@hu-berlin.de) beantragen.
Es gibt im Prüfungsmoodle folgende Rollen:
- Prüfungsbüro (Kursverwaltung und Bewertungsexport),
- Prüfer/Prüferin (wie Kursverantwortliche/r im Lehrmoodle),
- Prüfungsassistenz (Rechte Prüfer/Prüferin, aber keine Exportrechte),
- Korrekurassistenz (darf ausschließlich bewerten),
- Kontaktperson für Einschreibeschlüssel (wird einer vorhandenen Rolle im Kurs zusätzlich vergeben und gilt als Ansprechpartner für den Einschreibeschlüssel)